The Jolly Boys Tour 2010

Manche Geschichten verlieren sich in der Vergangenheit. So auch die der Jolly Boys. Sie beginnt irgendwo in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Port Antonio auf Jamaika,  als sich erstmals eine Band dieses Namens in den Hotels eine Reputation erspielte. Mento hieß und heißt diese Volksmusik, dem Vorläufer von Reggae, Ragga und Ska, die originale Unterhaltungsmusik also, die neben dem Blues einen guten Teil der Basis unserer Popularmusik bildet.

Und die Jolly Boys sind immer noch dabei. In den 50ern spielten sie auf den Partys von Errol Flynn und tauchten immer auf, wenn das Rat Pack auf die Insel kam. In den 60ern und 70ern gab es dann gleich zwei Kapellen dieses Namens, als sich einige Mitglieder in Maine niederließen – was auch immer sie dazu bewog, die Kälte zu suchen –, während andere in ihrer Heimat blieben. Kurz, das Ganze ist ein wenig unübersichtlich,  in der Erinnerung der deutlich alten Herren vermischen sich die Geschichten auch schon einmal. Was geblieben ist, ist die Musik: Mento, selbst schon eine Mischung aus verschiedenen Stilen wie europäischen Tänzen, afro-jamaikanischer Tradition, kubanischer Rumba, wird auf besonderen Instrumenten gespielt wie zum Beispiel dem Banjo, das nicht wie ein Bluegrass-Banjo klingt, oder der Rumba Box,  einem gezupften Sitzklavierbass. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, schaue sich das Instrument im Video der Jolly Boys auf ihrer Website an – der Amy-Winehouse-Hit „Rehab“ in einer so was von entspannten Version. Was auch für die anderen Titel ihrer neuen Platte „Great Expectations“ gilt: Von „Blue Monday“ über „Riders On The Storm“, „You Can’t Always Get What You Want“, „Golden Brown“, „Ring Of Fire“ bis hin zu „I Fought The Law“ zieht sich der Bogen der Coverversionen, mit denen The Jolly Boys nach 60 Jahren endlich und hoffentlich überall bekannt werden.

Live, da kann man sich trotz des neuen Albums sicher sein, wird die Geschmeidigkeit der Herren auch in weithin unbekanntes jamaikanisches Terrain führen. Es wird Zeit, etwas Altes ganz neu zu entdecken und Legenden endlich den Applaus zu geben, den sie verdienen.

02.12.2010 München Ampere
04.12.2010 Berlin Frannz Club
05.12.2010 Frankfurt Brotfabrik
08.12.2010 Hamburg Knust

Quelle: Queenaboutmusic.de

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