Element Of Crime – Fremde Federn (inkl. Tracklist)

Was haben Arlo Guthrie, Wham und Gottfried und Lonzo gemeinsam? Oder: Die Schönheit des Nachspielens. Die extravaganteste Band Deutschlands öffnet den Giftschrank: zu diversen Jubiläen (Udo Lindenberg, Bee Gees), Geburten (Alexandra, Wham), aus Liebe und Bewunderung (Beatles, Pet Shop Boys, Can), aus Freude am Spielen (Arlo Guthrie, Dusty Springfield, Lydia Lunch), für den Weihnachtsmann („Leise rieselt der Schnee) und gerne auch für Leander Haußmanns Filme (Bob Dylan) aufgenommene, kurz in den gierigen Schlund der Öffentlichkeit geworfene und dann wieder verschwundene B-Seiten von Element-of-Crime-Veröffentlichungen der letzten 20 Jahre.

Was das heißt? Dies: Element of Crime fassen 20 Aufnahmen aus den Jahren 1989 bis 2009 von Songs, die sie nicht selbst geschrieben haben, in einem Album zusammen. Der gute Grund: Diese Coveraufnahmen sind auf den regulären Alben der Band, die man ja alle noch kaufen kann, nicht zu finden.

Das Ergebnis ist eine zauberhafte Platte. Wir hören Lieder, die wir sonst von Künstlern wie Alexandra, Dusty Springfield, den Pet Shop Boys, den Bee Gees, Udo Lindenberg, Bob Dylan und Freddy Quinn usw. kennen, plötzlich im Element-of-Crime-Sound und freuen uns, dass diese Band mühelos alle songschreiberischen Stilgrenzen ohne Angeberei und Rumgedaddel überschreitet und sich – so scheint es zumindest – alles aneignen kann, was ein Lied ist. Ob ursprünglich in Folk, Country, Krautrock, Schlager, Soulmusik, Deutschrock, Blues oder wo auch immer beheimatet – bei ELEMENT OF CRIME werden diese Songs neu eingekleidet in das herbe, grobgestrickte Indierock-Kleid einer Band, die einen unverwechselbaren Sound ihr eigen nennt und deshalb vor nichts Angst hat.

Und so hören wir Freddie Quinns „Heimweh“ oder Serge Gainsbourgs (bzw. Alexandras) „Akkordeon“ mit ganz neuen Ohren, wir sehen Cans „She Brings The Rain“ oder Udo Lindenbergs „Vakuum“ mit ganz neuen Augen, die Pet Shop Boys und die Bee Gees werden Hippies und Arlo Guthrie und Gottfried & Lonzo werden Punks, wir begegnen Legenden wie Andreas Dorau, Wham und den Beatles, und immer, immer ist es ELEMENT OF CRIME – wie machen die das? Das wird ihr Geheimnis bleiben.

Vielleicht ist diese Frage auch zweitrangig, denn es ist vor allem das: Eine schöne Platte mit schönen Liedern in einem geheimnisvollen, dunklen, samtigen Sound, wie ihn nur die Elements spielen können, denn sie haben ihn erfunden. Und wann hat man bitte das letzte Mal „Auf der Espressomaschine“ mit gestopfter Trompete, Feedback-Gitarre und Bongos gehört? Oder wenigstens mal an Franz-Josef Degenhardt gedacht? Eben. (Charlotte Goltermann, Sept 10). Erscheinen wird das Album am 19. November 2010 und hier wie immer für euch die Tracklist.
1.Heimweh 04:27
2.My Bonnie Is Over The Ocean 03:17
3.It’s All Over Now, Baby Blue 04:49
4.Spooky 03:42
5.Leider nur ein Vakuum 04:12
6.Auf der Espressomaschine 03:07
7.Motorcyle Song 02:54
8.Hamburg 75 03:36
9.Blaumeise Yvonne 03:37
10.I Started A Joke 03:52
11.You Only Tell Me You Love Me When You’re Drunk 02:49
12.Last Christmas 03:23
13.Ruf aus der Gruft 02:22
14.Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens 03:42
15.Zwei Gitarren 02:58
16.Akkordeon 03:58
17.Le Vent Nous Portera 04:10
18.She Brings The Rain 02:42
19.Leise rieselt der Schnee 03:54
20.Across The Universe 03:37

Quelle: Universal Music

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